Wer sich den Traum vom Eigenheim erfüllen will, stößt früher oder später auf den Bausparvertrag. Er verspricht: erst sparen, dann günstig finanzieren – mit Zinsen, die schon beim Abschluss feststehen. Rund 22 Millionen solcher Verträge gibt es in Deutschland (Stand 2023). Doch wie funktioniert ein Bausparvertrag genau, was kostet er, und lohnt er sich 2026 überhaupt noch? In diesem Artikel erklären wir alles einfach und ohne Fachchinesisch.
| Frage | Antwort auf einen Blick |
|---|---|
| Was ist das? | Ein Vertrag mit einer Bausparkasse: Sparen und später ein zinsgünstiges Immobiliendarlehen kombiniert |
| Wie läuft er ab? | Drei Phasen: Ansparen, Zuteilung, Darlehen zurückzahlen |
| Wie viel muss ich ansparen? | Meist 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme, je nach Tarif |
| Was kostet er? | Vor allem eine Abschlussgebühr, meist rund 1 Prozent der Bausparsumme |
| Gibt es Förderung? | Ja: Wohnungsbauprämie bis 70 Euro pro Jahr und Arbeitnehmersparzulage bis 42,30 Euro |
| Für wen lohnt er sich? | Vor allem für alle, die in einigen Jahren bauen oder kaufen und Zinssicherheit wollen |
Was ist ein Bausparvertrag genau?
Ein Bausparvertrag ist ein Vertrag zwischen Ihnen und einer Bausparkasse. Er verbindet zwei Dinge: einen Sparplan und ein Immobiliendarlehen. Zuerst zahlen Sie regelmäßig Geld ein und bauen so Eigenkapital auf. Haben Sie genug angespart, bekommen Sie Ihr Guthaben ausgezahlt – und dazu das Recht auf ein Darlehen, dessen Zinssatz schon bei Vertragsabschluss feststeht. Das Darlehen ist zweckgebunden: Sie dürfen es nur für wohnwirtschaftliche Zwecke nutzen, also zum Bauen, Kaufen, Modernisieren oder für eine Anschlussfinanzierung. Die rechtliche Grundlage ist das Bausparkassengesetz. Mehr zur genauen Definition steht auch auf der Wikipedia-Seite zum Bausparvertrag.
Wie funktioniert ein Bausparvertrag? Die 3 Phasen
1. Die Ansparphase: Sie schließen den Vertrag über eine Bausparsumme ab – im Durchschnitt lag sie 2025 bei rund 72.000 Euro. Dann zahlen Sie regelmäßig einen festen Betrag ein, bis Sie das vertraglich festgelegte Mindestsparguthaben erreicht haben. Das sind je nach Tarif meist 30, 40 oder 50 Prozent der Bausparsumme. Ihre Einzahlungen werden verzinst, und oft kommen staatliche Förderungen dazu.
2. Die Zuteilung: Ist das Mindestsparguthaben erreicht und sind weitere Voraussetzungen erfüllt, wird der Vertrag zugeteilt. Sie erhalten dann Ihr angespartes Guthaben inklusive Zinsen und Förderungen ausgezahlt – und können zusätzlich das Bauspardarlehen abrufen.
3. Die Darlehensphase: Nehmen Sie das Darlehen in Anspruch, zahlen Sie es in festen monatlichen Raten zurück. Zinssatz und Laufzeit stehen von Anfang an fest – Sie sind also unabhängig davon, wie sich die Zinsen am Markt entwickeln. Das Ganze funktioniert nach dem Kollektivprinzip: Viele Bausparer zahlen in einen gemeinsamen Topf ein, aus dem die Darlehen der anderen finanziert werden.
Was kostet ein Bausparvertrag?
Die wichtigsten Kosten sind die Abschlussgebühr und laufende Kontoführungsgebühren. Die Abschlussgebühr liegt je nach Tarif meist bei rund 1 Prozent der Bausparsumme – bei einer Bausparsumme von 50.000 Euro also etwa 500 Euro. Sie wird in der Regel gleich zu Beginn fällig oder mit den ersten Einzahlungen verrechnet. Dazu können kleine jährliche Kontoführungsgebühren kommen. Wichtig zu wissen: Die Abschlussgebühr ist auch dann weg, wenn Sie den Vertrag später kündigen oder das Darlehen nie nutzen. Rechnen Sie deshalb vorher genau, ob sich der Vertrag für Ihr Vorhaben lohnt.
Staatliche Förderung: Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage
Der Staat fördert das Bausparen gleich doppelt – vorausgesetzt, Ihr Einkommen liegt unter den Grenzen. Die Wohnungsbauprämie beträgt 10 Prozent Ihrer Sparleistung, höchstens auf 700 Euro im Jahr (Paare: 1.400 Euro). Das sind maximal 70 Euro pro Jahr als Single und 140 Euro als Paar. Voraussetzung: Ihr zu versteuerndes Einkommen liegt unter 35.000 Euro (Paare: 70.000 Euro), und Sie sind mindestens 16 Jahre alt. Den Antrag stellen Sie über Ihre Bausparkasse, spätestens bis zum Ende des zweiten Kalenderjahres nach dem Sparjahr. Ausgezahlt wird die Prämie grundsätzlich erst, wenn Sie das Geld für den Wohnungsbau verwenden – oder wenn die siebenjährige Sperrfrist abgelaufen ist.
Zahlt Ihr Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen in den Bausparvertrag ein, gibt es zusätzlich die Arbeitnehmersparzulage: 9 Prozent auf bis zu 470 Euro im Jahr, also höchstens 42,30 Euro. Die Einkommensgrenze liegt hier bei 40.000 Euro zu versteuerndem Einkommen (Paare: 80.000 Euro). Außerdem lässt sich ein Bausparvertrag mit Wohn-Riester kombinieren. Beachten Sie: Für dieselben vermögenswirksamen Leistungen können Sie nicht gleichzeitig Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage bekommen.
Wann lohnt sich ein Bausparvertrag – und wann nicht?
Ein Bausparvertrag lohnt sich vor allem dann, wenn Sie in einigen Jahren bauen oder kaufen wollen und sich Zinssicherheit wünschen: Der Darlehenszins steht von Anfang an fest, egal was am Markt passiert. Er eignet sich auch, um gezielt Eigenkapital aufzubauen und staatliche Förderung mitzunehmen. Weniger sinnvoll ist er, wenn Sie das Geld flexibel brauchen, nur kurz sparen wollen oder das Darlehen am Ende gar nicht nutzen – dann haben Sie die Abschlussgebühr umsonst gezahlt, und die Guthabenzinsen sind meist niedrig. Die Stiftung Warentest hat im September 2026 mehr als 220 Tarifvarianten von 13 Bausparkassen verglichen – die Unterschiede zwischen den Tarifen sind groß, ein Vergleich vor dem Abschluss lohnt sich also immer. Und: Ein Bausparvertrag ersetzt keine Beratung. Bei größeren Summen lohnt ein Gespräch mit einem unabhängigen Berater.
Bausparvertrag oder ETF-Sparplan?
Wer nur Geld für später ansparen will und keine Immobilie plant, fährt mit einem ETF-Sparplan meist flexibler: Dort ist das Geld jederzeit verfügbar, und die Renditechancen sind langfristig in der Regel höher – dafür gibt es keine garantierten Zinsen und keine staatliche Wohnungsbauförderung. Der Bausparvertrag ist dagegen das richtige Werkzeug, wenn das Ziel klar ist: ein Eigenheim in einigen Jahren, finanziert mit einem festen, planbaren Zinssatz. Beides lässt sich auch kombinieren.
Häufige Fragen zum Bausparvertrag
Was ist ein Bausparvertrag einfach erklärt?
Ein Bausparvertrag ist eine Kombination aus Sparplan und Immobiliendarlehen: Sie sparen zuerst Eigenkapital an und erhalten danach ein Darlehen mit einem Zinssatz, der schon beim Abschluss feststeht.
Wie lange dauert es bis zur Zuteilung?
Das hängt von Tarif, Bausparsumme und Sparrate ab. In der Regel dauert es mehrere Jahre, bis das Mindestsparguthaben von meist 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme erreicht ist. Eine genaue Dauer kann nur der jeweilige Tarif sagen.
Kann ich einen Bausparvertrag vorzeitig kündigen?
Ja, das ist möglich. Sie erhalten dann Ihr angespartes Guthaben zurück – allerdings in der Regel ohne die staatliche Förderung, und die Abschlussgebühr bekommen Sie nicht erstattet. Prüfen Sie vorher, ob sich die Kündigung wirklich lohnt.
Was passiert, wenn ich das Darlehen nicht brauche?
Dann können Sie sich einfach das Guthaben auszahlen lassen und auf das Darlehen verzichten. Das angesparte Geld gehört Ihnen. Die Förderung müssen Sie aber unter Umständen zurückzahlen, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind.
Lohnt sich Bausparen 2026 noch?
Das kommt auf Ihr Ziel an. Für ein geplantes Eigenheim in einigen Jahren kann sich der Bausparvertrag wegen der Zinssicherheit und der Förderung lohnen. Als reine Geldanlage ist er wegen der niedrigen Guthabenzinsen meist nicht die beste Wahl. Vergleichen Sie die Tarife – die Stiftung Warentest hat im September 2026 über 220 Varianten geprüft.
Wie hoch sollte die Bausparsumme sein?
Die Bausparsumme sollte zu Ihrem Vorhaben passen: Sie setzt sich aus Ihrem Sparanteil und dem späteren Darlehen zusammen. Der Durchschnitt lag 2025 bei rund 72.000 Euro. Rechnen Sie vorher aus, wie viel Eigenkapital und Darlehen Sie für Ihr Projekt brauchen, statt eine Summe zu raten.



