Alle zwei Wochen, einmal im Monat oder jede Woche? Beim Thema Bettwäsche gehen die Gewohnheiten weit auseinander – und viele Menschen wechseln sie seltener, als es sinnvoll wäre. Dabei gibt es eine einfache Faustregel, an der Sie sich orientieren können. Und ein paar klare Ausnahmen, bei denen Sie häufiger wechseln sollten.
Die Faustregel: Alle zwei Wochen
Als grobe Regel gilt: Bettwäsche etwa alle zwei Wochen wechseln und waschen. Das deckt sich mit den Empfehlungen vieler Ratgeber und Hersteller. Wer sich daran hält, ist auf der sicheren Seite – denn im Schlaf sammeln sich Schweiß, Hautschuppen und Körperöle in Laken und Bezügen. Wärme und Feuchtigkeit unter der Decke schaffen außerdem gute Bedingungen für Hausstaubmilben.
Manche Quellen nennen einen etwas größeren Spielraum von ein- bis zweimal im Monat. Wer kühl schläft, vor dem Schlafengehen duscht und allein im Bett liegt, kann auch mit einem etwas längeren Abstand auskommen. Wer dagegen viel schwitzt oder mit Haustier im Bett schläft, sollte sich eher am kürzeren Ende orientieren.
Wann Sie wöchentlich wechseln sollten
Der Industrieverband Körperpflege und Waschmittel (IKW) empfiehlt: Wer im Schlaf stark schwitzt oder unbekleidet schläft, sollte Bettwäsche mindestens einmal pro Woche wechseln – Laken ebenso wie Bett- und Kopfkissenbezüge. Auch in diesen Fällen ist wöchentlich sinnvoll:
- Im Sommer: Bei warmen Nächten schwitzen wir mehr, und die Bezüge werden schneller feucht.
- Nach einer Erkältung oder Krankheit: Frische Bezüge helfen, sich wieder wohlzufühlen.
- Bei Hausstaubmilbenallergie: Hier wird häufigeres Wechseln empfohlen, kombiniert mit Waschen bei mindestens 60 Grad – so empfiehlt es auch das Umweltbundesamt.
- Mit Haustier im Bett: Tierhaare und Schmutz landen sonst schnell im Bett.
- Bei empfindlicher Haut: Kissenbezüge haben den intensivsten Kontakt mit Haut und Haaren – sie können bei Bedarf auch häufiger gewechselt werden als der Rest.
Richtig waschen: Temperatur und Pflegehinweise
Wechseln allein reicht nicht – die Wäsche muss auch richtig gewaschen werden. Viele Bettwäsche-Stoffe aus Baumwolle können bei 60 Grad gewaschen werden, weiße Baumwolle verträgt je nach Pflegeetikett auch höhere Temperaturen. Grundsätzlich gilt aber: Das Pflegeetikett des Herstellers hat Vorrang vor pauschalen Empfehlungen. Empfindliche Materialien wie Seide oder Leinen brauchen oft ein schonenderes Programm.
Die 60 Grad lohnen sich vor allem aus hygienischer Sicht: Bei dieser Temperatur werden Hausstaubmilben und ein großer Teil der Mikroorganismen zuverlässig entfernt. Wer nur bei 40 Grad wäscht, bekommt die Wäsche zwar sauber, aber nicht in jedem Fall milbenfrei. Nach dem Waschen sollte die Bettwäsche vollständig trocknen, bevor Sie sie wieder aufziehen – sonst zieht schnell wieder Feuchtigkeit ein.
Übrigens: Auch die Waschmaschine selbst braucht ab und zu Pflege. Wie das geht, erklärt unsere Anleitung Waschmaschine reinigen.
Was ist mit Kissen, Decken und Matratze?
Bettwäsche ist nur ein Teil der Schlafhygiene. Als Richtwerte gelten: Kissen und Decken etwa alle zwei bis drei Jahre waschen – sie sind durch die Bezüge geschützt und müssen nicht so oft in die Maschine. Die Matratze selbst lässt sich nicht waschen, sie sollte etwa alle sechs bis acht Jahre ausgetauscht werden. Ein waschbarer Matratzenschoner, etwa einmal im Monat gewaschen, schützt die Matratze zusätzlich.
Und ein einfacher Trick für jeden Morgen: Lüften Sie das Bett kurz aus, bevor Sie es machen. Feuchtigkeit kann entweichen, und die Bezüge fühlen sich länger frisch an. Ersetzt wird das Waschen dadurch allerdings nicht.
Häufige Fragen
Reicht es, die Bettwäsche einmal im Monat zu wechseln?
Für die meisten Menschen ist das zu selten. Alle zwei Wochen ist die bessere Faustregel, bei starkem Schwitzen wöchentlich.
Muss ich bei 60 oder 40 Grad waschen?
Bei 60 Grad werden Milben zuverlässiger entfernt. Beachten Sie aber immer das Pflegeetikett – nicht jedes Material verträgt 60 Grad.
Sollte ich Kissenbezüge öfter wechseln als das Laken?
Ja, das kann sinnvoll sein: Kissenbezüge haben den engsten Haut- und Haarkontakt und werden dadurch stärker belastet.
Ersetzt Auslüften das Waschen?
Nein. Auslüften hilft gegen Feuchtigkeit, entfernt aber weder Schweiß noch Hautschuppen noch Milben.



