Miete, Strom, Sparrate: Manche Beträge muss man jeden Monat aufs Neue überweisen – oder eben nicht. Ein Dauerauftrag erledigt das automatisch. Einmal eingerichtet, überweist die Bank immer wieder denselben Betrag an denselben Empfänger, bis man den Auftrag ändert oder stoppt. Wie das genau funktioniert und worin der Unterschied zur Lastschrift liegt, erklärt dieser Artikel in einfachen Worten.
| Merkmal | Dauerauftrag im Überblick |
|---|---|
| Was ist das? | Eine automatische, regelmäßige Überweisung eines immer gleichen Betrags |
| Wofür? | Miete, Sparraten, Versicherungsbeiträge, Taschengeld, Vereinsbeiträge |
| Was braucht man? | Ein Girokonto, den Empfänger mit IBAN, Betrag und Rhythmus |
| Wie oft? | Meist monatlich, möglich sind auch wöchentliche oder vierteljährliche Termine |
| Kündbar? | Ja, jederzeit – im Online-Banking oder in der Filiale |
| Kosten? | Die Einrichtung ist in der Regel kostenlos, je nach Bank und Tarif können für Änderungen Gebühren anfallen |
Was ist ein Dauerauftrag?
Ein Dauerauftrag – manchmal auch Dauerüberweisung genannt – ist eine Anweisung an die eigene Bank: „Überweise jeden Monat am Ersten 500 Euro an diesen Empfänger.“ Die Bank führt diese Überweisung dann automatisch aus, immer wieder, bis der Auftrag geändert oder gekündigt wird. Man muss also nicht jeden Monat selbst daran denken und nichts manuell auslösen.
Der Dauerauftrag ist übrigens eine deutsche Erfindung: Das Postscheckamt Hamburg führte ihn im Jahr 1961 ein. Wer die Details nachlesen möchte, findet die Erklärung zum Dauerauftrag bei Wikipedia. Er entwickelte sich schnell zur Standardlösung für wiederkehrende Zahlungen – und ist es bis heute geblieben. Wichtig zu wissen: Daueraufträge funktionieren nur im Inlandszahlungsverkehr, also für Zahlungen innerhalb Deutschlands.
Was braucht man für einen Dauerauftrag?
Die Einrichtung ist einfach und in wenigen Minuten erledigt. Man braucht ein Girokonto, von dem das Geld abgebucht wird, und diese Angaben:
- Empfänger: Name und IBAN des Kontos, auf das überwiesen wird
- Betrag: Der feste Geldbetrag, der jedes Mal überwiesen wird
- Rhythmus: Zum Beispiel monatlich, vierteljährlich oder jährlich
- Ausführungstermin: Der Tag, an dem die Überweisung jeweils ausgeführt wird
- Verwendungszweck: Zum Beispiel „Miete November“ oder „Sparrate“
- Enddatum (optional): Wer will, kann festlegen, wann der Dauerauftrag automatisch enden soll
Einrichten lässt sich der Dauerauftrag im Online-Banking, in der Banking-App oder direkt in der Filiale. Genauso einfach lässt er sich später ändern – etwa wenn die Miete steigt – oder komplett löschen. Eine Kündigungsfrist gibt es in der Regel nicht.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Anna zahlt 650 Euro Miete. Statt jeden Monat manuell zu überweisen, richtet sie einen Dauerauftrag ein: jeden Monat am 28. gehen 650 Euro automatisch an ihren Vermieter. Fällt der 28. auf ein Wochenende, führt die Bank den Auftrag am nächsten Bankarbeitstag aus – die Miete kommt trotzdem pünktlich an. Steigt die Miete auf 680 Euro, passt Anna den Betrag im Online-Banking an. Zieht sie irgendwann aus, löscht sie den Dauerauftrag mit wenigen Klicks.
Besonders praktisch ist der Dauerauftrag auch zum Sparen: Viele richten einen festen Betrag ein, der jeden Monat automatisch aufs Sparkonto wandert – eine Sonderform, die Abschöpfungsauftrag heißt. So wird zuerst gespart und dann ausgegeben, statt umgekehrt.
Dauerauftrag, Lastschrift oder Einzelüberweisung?
Die drei Zahlungsarten werden oft verwechselt, dabei ist der Unterschied einfach:
- Dauerauftrag: Sie selbst geben den Auftrag. Der Betrag bleibt immer gleich, Sie behalten die Kontrolle und können ihn jederzeit stoppen.
- Lastschrift: Der Empfänger zieht das Geld ein – etwa der Stromanbieter oder das Fitnessstudio. Der Betrag kann sich ändern, zum Beispiel wenn der Verbrauch steigt. Dafür muss man dem Empfänger eine Einzugsermächtigung erteilen.
- Einzelüberweisung: Eine einmalige Zahlung, die man jedes Mal neu auslösen muss. Gut für einmalige Beträge, unpraktisch für monatliche Fixkosten.
Als Faustregel gilt: Ist der Betrag jeden Monat gleich und soll die Zahlung auf jeden Fall pünktlich ankommen, ist der Dauerauftrag die richtige Wahl. Schwankt der Betrag – wie bei einer Strom- oder Telefonrechnung –, passt die Lastschrift besser. Wie lange eine Überweisung dauert, hängt übrigens von der Art der Überweisung ab: Innerhalb Deutschlands ist das Geld meist noch am selben oder am nächsten Bankarbeitstag da.
Worauf sollte man achten?
Ein Dauerauftrag entlastet, ersetzt aber nicht den Blick aufs Konto. Ist das Konto am Ausführungstermin nicht ausreichend gedeckt, kann die Überweisung scheitern – dann drohen Mahnungen des Empfängers, etwa beim Vermieter. Es lohnt sich also, vor dem Ausführungstermin kurz zu prüfen, ob genug Geld auf dem Konto ist.
Auch ein regelmäßiger Check der laufenden Daueraufträge ist sinnvoll: Alte Abos, vergessene Vereinsbeiträge oder ein Dauerauftrag an einen früheren Vermieter laufen sonst unbemerkt weiter. Einmal im Jahr alle Daueraufträge im Online-Banking durchzugehen, spart oft bares Geld. Wie hoch die Kosten für einzelne Bankdienstleistungen sind, hängt vom jeweiligen Tarif ab – die Einrichtung eines Dauerauftrags selbst ist in der Regel kostenlos.
Häufige Fragen
Kann man einen Dauerauftrag jederzeit kündigen?
Ja. Ein Dauerauftrag lässt sich jederzeit ändern oder löschen – im Online-Banking, in der App oder in der Filiale. Eine Kündigungsfrist gibt es in der Regel nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Dauerauftrag und Lastschrift?
Beim Dauerauftrag erteilen Sie selbst Ihrer Bank den Auftrag, immer denselben Betrag zu überweisen. Bei der Lastschrift ermächtigen Sie den Empfänger, den Betrag von Ihrem Konto einzuziehen – der Betrag kann dabei variieren.
Was passiert, wenn das Konto nicht gedeckt ist?
Dann kann die Bank die Überweisung nicht ausführen. Der Empfänger bekommt sein Geld nicht, und es können Mahnungen oder Verzugskosten folgen. Prüfen Sie deshalb vor dem Ausführungstermin Ihren Kontostand.
Funktioniert ein Dauerauftrag auch ins Ausland?
Nein, der klassische Dauerauftrag ist auf den Inlandszahlungsverkehr beschränkt. Für regelmäßige Zahlungen ins Ausland braucht man andere Lösungen der Bank.
Was ist ein Abschöpfungsauftrag?
Eine Sonderform des Dauerauftrags: Ein fester Betrag wird regelmäßig automatisch aufs eigene Sparkonto überwiesen – so spart man, ohne jeden Monat daran denken zu müssen.



