Gesellschaft

Koordinierte Weltzeit ab 2027: Was sich für unsere Uhren ändert

Unsere Uhren laufen ab 2027 anders als bisher: Die Schaltsekunde wird abgeschafft. Das hat die Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CGPM) am 15. Oktober 2026 auf ihrer 28. Sitzung in Versailles entschieden. Ab dem 20. Mai 2027 gilt die Koordinierte Weltzeit (UTC) ununterbrochen – ohne künstliche Extra-Sekunden.

Was ist die Schaltsekunde überhaupt?

Bei der Zeitmessung gibt es zwei Grundlagen. Die Koordinierte Weltzeit UTC richtet sich nach hochpräzisen Atomuhren, die eine konstante Zeit liefern. Die astronomische Zeit (UT1) hängt dagegen von der Erdrotation ab – und die schwankt geringfügig, von Tag zu Tag, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt.

Damit beide Zeiten nicht zu weit auseinanderlaufen, durften sie bisher höchstens 0,9 Sekunden voneinander abweichen. War die Grenze erreicht, wurde eine Schaltsekunde eingefügt: Am Ende eines 30. Juni oder eines 31. Dezember dauerte die Minute dann ausnahmsweise 61 statt 60 Sekunden. Seit der Einführung des Verfahrens 1972 ist das genau 27-mal passiert, zuletzt am 31. Dezember 2016. Entschieden hat darüber jeweils der Internationale Erdrotations- und Referenzsystemdienst (IERS).

Warum wird die Schaltsekunde abgeschafft?

Für Menschen ist die zusätzliche Sekunde kaum spürbar. Für die Technik ist sie es umso mehr: Computersysteme, Telekommunikationsnetze, Satellitennavigation und Finanzmärkte sind auf eine präzise und verlässliche Zeitsynchronisierung angewiesen. Bei früheren Schaltsekunden kam es bereits zu Störungen in Computersystemen und bei Internetdiensten.

Hinzu kam die Aussicht auf die erste negative Schaltsekunde der Geschichte – also das Weglassen statt Einfügen einer Sekunde. Auch dafür war die Technik nicht gebaut. Organisationen aus Telekommunikation und Technik hatten deshalb schon länger beantragt, die starre Synchronisierung von Atomzeit und Weltzeit zu lockern.

Was ändert sich ab dem 20. Mai 2027?

Ab dem 20. Mai 2027 läuft die Koordinierte Weltzeit einfach weiter. Die Abweichung zwischen UTC und der Erdrotation darf künftig bis zu 3600 Sekunden betragen – also eine ganze Stunde statt bisher 0,9 Sekunden. Erst wenn diese Marke erreicht ist, wird nachjustiert – dann allerdings gleich um eine ganze Stunde auf einmal.

Das dauert: Schätzungen zufolge könnte es rund tausend Jahre oder länger dauern, bis eine solche Korrektur nötig wird. Die CGPM erklärt, damit sei die langfristige Kontinuität der Koordinierten Weltzeit über mehrere Jahrhunderte gesichert. Und einen praktischen Vorteil gibt es auch: Computer kennen Stundenwechsel längst – zweimal im Jahr stellt sich die Uhr ohnehin auf Sommerzeit und wieder zurück.

FAQ: Die wichtigsten Fragen

Wer hat die Abschaffung der Schaltsekunde beschlossen?

Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CGPM) auf ihrer 28. Sitzung in Versailles am 15. Oktober 2026.

Muss ich ab 2027 meine Uhren umstellen?

Nein. Im Alltag ändert sich nichts spürbar – die Uhrzeit bleibt wie gewohnt.

Wann war die letzte Schaltsekunde?

Am 31. Dezember 2016 wurde zum 27. und bisher letzten Mal eine Schaltsekunde eingefügt.

Was passiert, wenn UTC und Erdzeit zu weit auseinanderdriften?

Erst bei einer Abweichung von einer vollen Stunde wird korrigiert – Experten rechnen damit, dass das viele Jahrhunderte dauern wird.

Maximilian Braun

Maximilian Braun berichtet bei DeutschePulse über Sport und aktuelle Nachrichten aus Deutschland. Er porträtiert Sportlerinnen und Sportler und ordnet die wichtigsten Meldungen des Tages ein – sachlich, schnell und verlässlich.

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