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Niger: Schweizerin und Österreicherin nach 18 Monaten Geiselhaft frei

Nach mehr als eineinhalb Jahren in Geiselhaft sind eine Schweizerin und eine Österreicherin im Niger freigekommen. Die beiden Frauen trafen in der Nacht zum Donnerstag in Bengasi im Osten Libyens ein und sind inzwischen auf dem Weg in ihre Heimatländer. Das bestätigten die Behörden in Bern und Wien. Über die genauen Umstände ihrer Freilassung ist dagegen wenig bekannt.

Bei den beiden Frauen handelt es sich um die 69-jährige Schweizerin Claudia Abbt und die 76-jährige Österreicherin Eva Gretzmacher. Beide hatten seit vielen Jahren im Niger gelebt. Sie wurden in der Wüstenstadt Agadez entführt und anschließend im Grenzgebiet zwischen Niger und Mali festgehalten.

Was bisher über die Entführungen bekannt ist

Eva Gretzmacher wurde im Januar 2025 in Agadez entführt. Claudia Abbt wurde im April 2025 aus ihrem Haus in derselben Stadt verschleppt. Beide gerieten in die Gewalt bewaffneter Gruppen in der Sahelzone. Welche Gruppe genau hinter den Entführungen steht und welche Forderungen gestellt wurden, haben die Behörden nicht öffentlich gemacht.

In einem Video des libyschen Senders al-Masar sind die beiden Frauen nach ihrer Freilassung zu sehen. Abbt sagt darin, sie sei vor einem Jahr und sechs Monaten als Geisel genommen worden und jetzt froh, frei zu sein. Gretzmacher spricht von einem Jahr und neun Monaten in Geiselhaft. Die Aufnahmen zeigen die beiden erschöpft, aber lebend – nach Monaten, in denen über ihr Schicksal kaum etwas nach außen drang.

Die Freilassung: Bengasi und die Rückreise

Die Frauen kamen in Bengasi an, der Stadt im Osten Libyens, die von den Streitkräften unter Chalifa Haftar kontrolliert wird. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters wurde die Operation zur Freilassung von Saddam Haftar beaufsichtigt, dem stellvertretenden Oberbefehlshaber der libyschen Streitkräfte. Von dort aus wurden die beiden Frauen an die Behörden ihrer Heimatländer übergeben.

Der Schweizer Bundesrat Ignazio Cassis bestätigte die Freilassung und dankte allen beteiligten Stellen im In- und Ausland. Abbt wurde in Bengasi von Schweizer Mitarbeitenden in Empfang genommen und medizinisch betreut. Ihr gehe es den Umständen entsprechend gut, hieß es. Das österreichische Außenministerium sprach von einem „langen, komplexen und höchst sensiblen diplomatischen Prozess“.

Warum der Fall so lange dauerte

Der Niger gehört – wie seine Nachbarländer Mali und Burkina Faso – zu einer Region, in der bewaffnete Gruppen, die mit Al-Kaida und dem sogenannten Islamischen Staat in Verbindung gebracht werden, seit Jahren Anschläge verüben und Menschen entführen. Tausende Menschen wurden in dem Konflikt getötet, Millionen vertrieben. Entführungen ausländischer Staatsangehöriger haben im Niger zuletzt zugenommen.

Gerade deshalb blieben die Behörden lange zurückhaltend: Jede öffentliche Äußerung kann in solchen Fällen Verhandlungen gefährden. Auch jetzt geben Bern und Wien aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine weiteren Details bekannt. Ob Lösegeld gezahlt wurde, ist offiziell nicht bestätigt. Die „Neue Zürcher Zeitung“ berichtet, angeblich sollen die Vereinigten Arabischen Emirate gezahlt haben – eine Angabe, die von offizieller Seite nicht bestätigt wurde.

Was jetzt noch offen ist

Offen ist vor allem, wer genau die Entführer waren und wie die Freilassung zustande kam. Sicher ist nur das Wichtigste: Nach 18 beziehungsweise 21 Monaten in Gefangenschaft sind beide Frauen wieder in Freiheit und auf dem Weg nach Hause. Für ihre Familien endet damit eine Zeit, in der sie monatelang nicht wussten, ob ihre Angehörigen noch leben.

Häufige Fragen zur Freilassung im Niger

Wer sind die beiden freigelassenen Frauen?

Die Schweizerin Claudia Abbt (69) und die Österreicherin Eva Gretzmacher (76). Beide lebten seit vielen Jahren im Niger und wurden in Agadez entführt.

Wie lange waren sie in Geiselhaft?

Abbt wurde im April 2025 entführt und war rund 18 Monate in Haft. Gretzmacher wurde bereits im Januar 2025 entführt und war rund 21 Monate in Haft.

Wo wurden sie freigelassen?

Die beiden Frauen trafen nach ihrer Freilassung in Bengasi im Osten Libyens ein und wurden dort an die Behörden ihrer Heimatländer übergeben.

Ist bekannt, ob Lösegeld gezahlt wurde?

Offiziell nicht. Die Behörden haben dazu keine Angaben gemacht. Die „Neue Zürcher Zeitung“ berichtet unter Berufung auf unbestätigte Angaben, die Vereinigten Arabischen Emirate sollen gezahlt haben.

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