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Heizung entlüften: Anleitung in 6 Schritten

Gluckert der Heizkörper, bleibt er oben kalt oder wird er nur noch lauwarm, obwohl das Thermostat voll aufgedreht ist? Dann steckt oft Luft im Heizkörper. Die Luft verhindert, dass sich das Heizwasser richtig verteilt — der Raum bleibt kalt, und die Heizung verbraucht unnötig Energie. Gute Nachricht: In den meisten Fällen können Sie die Heizung selbst entlüften. Diese Anleitung zeigt, wie es in 6 Schritten geht. Richtig geschrieben heißt es übrigens entlüften mit Umlaut — gesucht wird oft auch in der Schreibweise „entlueften“.

Frage Kurzantwort
Woran erkennt man Luft? Gluckern oder Fließgeräusche, Heizkörper oben kalt oder ungleichmäßig warm, trotz aufgedrehtem Thermostat
Was braucht man? Entlüftungsschlüssel (Vierkantschlüssel), kleines Gefäß, Lappen oder Tuch
Dauer Vorbereitung 30–60 Minuten Wartezeit, danach pro Heizkörper nur wenige Minuten
Wie oft? Etwa einmal im Jahr, am besten vor der Heizperiode im Herbst — oder immer dann, wenn die Anzeichen auftreten
Wann Profi rufen? Wenn der Druck immer wieder sinkt, Heizkörper trotz Entlüften kalt bleiben oder Wasser austritt, das Sie nicht stoppen können

Warum Luft in der Heizung ein Problem ist

Eine Heizung arbeitet mit einem geschlossenen Wasserkreislauf: Der Wärmeerzeuger erwärmt Wasser, das durch Rohre zu den Heizkörpern strömt und dort Wärme an den Raum abgibt. Sammelt sich Luft in diesem Kreislauf, kann sich das Wasser nicht mehr richtig verteilen. Einzelne Heizkörper werden dann nicht gleichmäßig warm, und die Anlage muss mehr leisten, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Das kostet Energie und Geld. Luft kann zum Beispiel nach Wartungsarbeiten, nach dem Nachfüllen von Wasser oder über undichte Stellen und ein poröses Ausdehnungsgefäß ins System gelangen — je nach Heizungsanlage unterschiedlich.

Woran Sie merken, dass Entlüften nötig ist

  • Der Heizkörper gluckert, blubbert oder macht Fließgeräusche.
  • Der Heizkörper ist oben kalt und unten warm — oder er wird trotz voll aufgedrehtem Thermostat nicht richtig warm.
  • Einzelne Räume bleiben kalt, während andere normal heizen.
  • Das Problem tritt zu Beginn der Heizperiode oder nach Arbeiten an der Anlage auf.

Wichtig: Ein Heizkörper, der komplett kalt bleibt, kann auch andere Ursachen haben — zum Beispiel ein klemmendes Thermostatventil. Dazu weiter unten mehr.

Was Sie zum Entlüften brauchen

  • Entlüftungsschlüssel: ein kleiner Vierkantschlüssel, den es im Baumarkt oder im Sanitär-Fachgeschäft gibt. Er passt auf das Entlüftungsventil.
  • Kleines Gefäß: Tasse, Becher oder kleine Schüssel, um das austretende Heizungswasser aufzufangen.
  • Lappen oder Tuch: zum Schutz des Bodens und zum Abwischen.

Das Entlüftungsventil sitzt oben am Heizkörper, auf der gegenüberliegenden Seite des Thermostats. Meist ist es an einem kleinen Vierkant oder Schlitz in der Mitte zu erkennen. Vorsicht: Austretendes Wasser und Luft können heiß sein. Drehen Sie das Ventil nur langsam und nie mit Gewalt auf. Ohne passenden Schlüssel droht das Ventil rundzudrehen — dann lässt es sich eventuell nicht mehr schließen.

Heizung entlüften: Anleitung in 6 Schritten

  1. Umwälzpumpe abschalten. Wenn Sie Zugang zur Heizungsanlage haben, schalten Sie die Umwälzpumpe ab. In einer Mietwohnung ohne Zugang zum Heizraum unterbrechen Sie, sofern möglich, den Heizkreis der Wohnung über das eigene Absperrventil. So wird keine neue Luft durch das System gepumpt.
  2. Alle Thermostate voll aufdrehen und warten. Drehen Sie alle Heizkörper auf die höchste Stufe. Warten Sie dann 30 bis 60 Minuten, damit sich die Luftbläschen oben in den Heizkörpern sammeln können.
  3. Mit dem höchsten Heizkörper beginnen. Halten Sie das Gefäß dicht unter das Entlüftungsventil und legen Sie den Lappen darunter auf den Boden. Am höchsten gelegenen Heizkörper sammelt sich in der Regel die meiste Luft — deshalb fangen Sie dort an.
  4. Ventil langsam öffnen. Drehen Sie das Ventil mit dem Entlüftungsschlüssel langsam gegen den Uhrzeigersinn, bis Luft mit einem Zischen entweicht. Halten Sie das Gefäß bereit: Sobald ein gleichmäßiger Wasserstrahl ohne Luftblasen austritt, ist die Luft raus.
  5. Ventil schließen und alle Heizkörper durchgehen. Schließen Sie das Ventil zügig wieder, damit nicht zu viel Heizungswasser verloren geht. Wiederholen Sie den Vorgang an jedem Heizkörper, Etage für Etage von oben nach unten.
  6. Pumpe wieder einschalten und Druck prüfen. Schalten Sie die Umwälzpumpe wieder ein und stellen Sie die Thermostate auf die gewünschte Stufe. Prüfen Sie danach den Anlagendruck am Manometer (mehr dazu im nächsten Abschnitt). Lassen Sie die Heizung mindestens eine Stunde laufen und kontrollieren Sie dann noch einmal den Heizkörper, der am weitesten vom Kessel entfernt ist: Tritt dort keine Luft mehr aus, war das Entlüften erfolgreich.

In welcher Reihenfolge entlüftet man richtig?

Diese Anleitung folgt der Herstellerempfehlung: zuerst der höchste Heizkörper, dann die übrigen, Etage für Etage nach unten. Andere Anleitungen nennen die umgekehrte Reihenfolge von unten nach oben. Entscheidend ist, dass am Ende alle Heizkörper drankommen und der Druck danach stimmt — je nach Heizungsanlage unterschiedlich, kann die passende Reihenfolge also variieren. In einer einzelnen Wohnung ohne mehrere Etagen spielt die Reihenfolge kaum eine Rolle: Gehen Sie einfach Heizkörper für Heizkörper durch und prüfen Sie zum Schluss den am weitesten vom Kessel entfernten Heizkörper noch einmal.

Druck prüfen und Wasser nachfüllen

Beim Entlüften geht immer etwas Wasser verloren. Sinkt der Druck dadurch zu stark, heizt die Anlage nicht mehr richtig. Den Druck lesen Sie am Manometer der Heizungsanlage ab. Als Richtwert gilt meist ein Druck zwischen 1 und 2 bar — der genaue Sollwert hängt von Ihrer Anlage und der Gebäudehöhe ab und ist in der Anleitung Ihres Wärmeerzeugers oder an der Markierung des Manometers zu finden. Auch hier gilt: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung von Viessmann beschreibt, wie Sie nach dem Entlüften den Wasserdruck kontrollieren.

Wichtig für Mieterinnen und Mieter sowie für Gasheizungen: Füllen Sie nicht einfach selbst Leitungswasser nach. Heizungswasser muss je nach Anlage aufbereitet sein, sonst drohen Schäden zum Beispiel durch Korrosion. In der Mietwohnung ist das Nachfüllen Sache des Vermieters oder der Hausverwaltung — melden Sie einen zu niedrigen Druck dort. Als Eigentümer mit eigener Anlage lassen Sie sich das Nachfüllen im Zweifel einmal von einem Fachbetrieb zeigen oder beauftragen ihn damit.

Fehler, die Sie beim Entlüften vermeiden sollten

  • Ventil zu hastig oder zu weit öffnen: Heißes Wasser kann herausspritzen. Immer nur langsam öffnen, bis Luft zischt.
  • Bei laufender Pumpe entlüften: Dann wird ständig Luft nachgedrückt. Pumpe vorher abschalten oder den Heizkreis unterbrechen.
  • Nur einen Heizkörper entlüften: Luft sitzt oft in mehreren Heizkörpern. Alle durchgehen, sonst kommt das Gluckern schnell zurück.
  • Ventil mit Gewalt zudrehen: Das Ventil kann beschädigt werden. Zügig, aber ohne Gewalt schließen.
  • Druck nach dem Entlüften nicht prüfen: Ein zu niedriger Druck macht den Erfolg sofort wieder zunichte.
  • An Gasteilen arbeiten: Entlüften betrifft nur die Heizkörperventile. Arbeiten an Gasleitungen, Brenner oder Kessel gehören ausschließlich in die Hände eines Fachbetriebs.

Was tun, wenn Entlüften nicht hilft?

Bleibt ein Heizkörper nach dem Entlüften kalt oder kehrt die Luft immer wieder zurück, steckt meist ein tieferes Problem dahinter. Mögliche Ursachen sind ein klemmendes Thermostatventil, ein zu niedriger Anlagendruck durch Wasserverlust, ein defektes Ausdehnungsgefäß oder ein notwendiger hydraulischer Abgleich. Auch wenn Sie den Entlüftungsvorgang mehr als einmal wiederholen müssen, deutet das auf ein tieferliegendes Problem hin. In diesen Fällen: nichts weiter selbst aufschrauben, sondern einen Heizungsfachbetrieb rufen — in der Mietwohnung zuerst den Vermieter oder die Hausverwaltung informieren. Wenn Wasser aus einem Ventil austritt, das sich nicht mehr schließen lässt, drehen Sie den Heizkörper am Thermostat zu und holen Sie ebenfalls schnell Hilfe.

Häufige Fragen zum Heizung entlüften

Wie oft sollte man die Heizung entlüften?

Etwa einmal im Jahr, am besten vor der Heizperiode im Herbst. Zusätzlich immer dann, wenn Heizkörper gluckern oder ungleichmäßig warm werden — und nach Wartungsarbeiten oder dem Austausch eines Heizkörpers.

Muss die Heizung beim Entlüften aus sein?

Die Umwälzpumpe sollte abgeschaltet sein, damit sich die Luft sammeln kann und keine neue Luft durchs System gepumpt wird. In der Mietwohnung ohne Zugang zum Heizraum reicht es, den Heizkreis der Wohnung zu unterbrechen, sofern das möglich ist.

In welcher Reihenfolge entlüftet man die Heizkörper?

Nach der hier verwendeten Herstellerempfehlung zuerst am höchsten gelegenen Heizkörper, dann Etage für Etage nach unten — und zum Schluss den vom Kessel am weitesten entfernten Heizkörper noch einmal prüfen. Wichtig ist vor allem, dass kein Heizkörper vergessen wird.

Was tun, wenn beim Entlüften Wasser austritt?

Das ist normal und sogar das Zeichen, dass die Luft raus ist: Sobald ein gleichmäßiger Wasserstrahl ohne Blasen kommt, Ventil zügig schließen. Das Wasser kann heiß und dunkel verfärbt sein — Gefäß und Lappen bereithalten und nichts davon trinken.

Warum sinkt der Druck nach dem Entlüften?

Weil mit der Luft auch etwas Wasser aus der Anlage entweicht. Prüfen Sie den Druck am Manometer. Liegt er unter dem Sollwert Ihrer Anlage, muss Wasser nachgefüllt werden — in der Mietwohnung über Vermieter oder Hausverwaltung, sonst im Zweifel über einen Fachbetrieb.

Darf man als Mieter selbst entlüften?

Ja: Mieter dürfen ihre Heizkörper selbst entlüften. Weitere Maßnahmen an der Heizungsanlage — etwa Wasser nachfüllen oder Reparaturen — liegen beim Vermieter beziehungsweise der Hausverwaltung. Bleibt die Wärme nach dem Entlüften aus, informieren Sie zuerst den Vermieter.

Mit diesen 6 Schritten, einem kurzen Druck-Check danach und einem Blick auf alle Heizkörper vor der Heizperiode sind Sie für den Winter gut vorbereitet — und ein gluckernder Heizkörper ist meist in wenigen Minuten wieder leise und warm.

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