Anna Schudt über Fremdgehen: Was die Ex-„Tatort“-Kommissarin über Treue in der Ehe sagt
Sie war über zehn Jahre lang das Gesicht des Dortmunder „Tatort“ – jetzt spricht Anna Schudt in einem Interview ganz offen über ein Thema, das viele Ehen berührt: Fremdgehen. Die 52-jährige Schauspielerin nimmt dabei kein Blatt vor den Mund – und ihre Sicht auf Treue und Ehe ist weniger dogmatisch, als man erwarten könnte.
Anlass des Gesprächs mit t-online ist ihr neuer ZDF-Film „Das verschwundene Kind“, der am Montag, 19. Oktober 2026, um 20.15 Uhr im ZDF läuft. Im Film geht es um Familiengeheimnisse – und auch um den Betrug in einer Ehe. Genau dazu äußert sich Schudt in bemerkenswerter Offenheit.
Was Anna Schudt über Fremdgehen in der Ehe sagt
Für die Schauspielerin ist ein Seitensprung nicht automatisch ein Grund, die Ehe zu beenden. Im t-online-Interview erklärt sie, dass sie dem Thema Fremdgehen wenig dogmatisch gegenübersteht. Entscheidend sei für sie nicht der körperliche Akt an sich: „Ich bin überzeugt, es handelt sich nie um den Sex, wenn man versucht, die Verletzung zu untersuchen“, sagte sie t-online.
Vielmehr sieht sie im Fremdgehen zwei andere Aspekte als eigentliche Verletzung: „das Brechen einer bestehenden Verabredung“ und „das Gefühl, draußen zu stehen und ausgeschlossen zu werden“. Es geht ihr also weniger um die Tat selbst als um den Vertrauensbruch und das Gefühl, nicht mehr dazuzugehören.
Die Ehe als „Komplizenschaft“
Auch von der Ehe hat Anna Schudt ein klares, wenn auch ungewöhnliches Bild. Sie beschreibt sie als eine Art „Komplizenschaft“ – als „Vereinbarung, über viele Jahre Gefährten“ zu sein. Dabei versteht sie diese Vereinbarung aber nicht als starres Korsett: „Die Bedingungen dafür könnten immer neu besprochen und verhandelt werden, weil wir uns alle verändern“, sagte sie t-online.
Schudt selbst ist seit 15 Jahren mit ihrem Schauspielkollegen Moritz Führmann verheiratet. Die beiden haben zwei Söhne zusammen. Über ihr eigenes Privatleben verrät die Schauspielerin im Interview sonst wenig – nur so viel: Mit dem Leben in einer Kommune, wie es ihre Filmrolle führt, konnte sie nichts anfangen. „Ich mache mir darum keine Gedanken, meine Kinder sind groß und ich habe ein anderes Modell gelebt.“
Der neue Film: „Das verschwundene Kind“ im ZDF
Im ZDF-Drama „Das verschwundene Kind“ spielt Anna Schudt eine zweifache Mutter, die mit einem befreundeten Ehepaar und dessen Sohn auf einem Bauernhof auf dem Land in einer Art Kommune zusammenlebt. „Ich finde das interessant“, sagt Schudt über das Lebensmodell ihrer Rolle.
Inhaltlich dreht sich der Film um eine ernste Frage, wie Schudt im Interview erklärt: „Es geht um die Frage, ob die Kinderseele ungesehen und unerkannt leidet, wenn Geheimnisse in Familien bestehen, die in allen arbeiten.“ An ihrer Seite spielen Julia Koschitz, Hans Löw und Mark Waschke – Letzterer ist als Robert Karow seit 2015 Hauptkommissar im Berliner „Tatort“. Der Film ist seit dem 10. Oktober in der ZDF-Mediathek abrufbar und wird am 19. Oktober um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt.
Anna Schudt: Vom Theater zum „Tatort“-Star
Anna Schudt wurde am 23. März 1974 in Konstanz geboren und wuchs dort auf. Mit 17 Jahren begann sie ihre Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Schon mit 19 Jahren wurde sie 1994 festes Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele, später spielte sie unter anderem an der Berliner Schaubühne und am Bayerischen Staatsschauspiel in München – etwa die Maria Stuart am Residenztheater, wofür sie mit dem Kurt-Meisel-Preis ausgezeichnet wurde.
Einem breiten Publikum wurde sie als Kommissarin Martina Bönisch bekannt: Von 2012 bis 2023 ermittelte sie an der Seite von Jörg Hartmann als Hauptkommissar Faber im Dortmunder „Tatort“. Bereits zuvor hatte sie in mehreren „Tatort“-Folgen gastiert.
Ein Höhepunkt ihrer Karriere: 2018 erhielt Anna Schudt den International Emmy Award als beste Schauspielerin für ihre Rolle als Komikerin Gaby Köster im Fernsehfilm „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“. 2019 folgte der Bayerische Fernsehpreis für ihre Darstellung in „Aufbruch in die Freiheit“. Neben dem Fernsehen ist sie auch als Hörspiel- und Hörbuchsprecherin tätig.
Häufige Fragen zu Anna Schudt
Wer ist Anna Schudt?
Anna Schudt ist eine deutsche Schauspielerin, geboren am 23. März 1974 in Konstanz. Bekannt wurde sie vor allem als „Tatort“-Kommissarin Martina Bönisch, die sie von 2012 bis 2023 im Dortmunder „Tatort“ spielte. 2018 gewann sie den International Emmy Award als beste Schauspielerin.
Was hat Anna Schudt über Fremdgehen gesagt?
In einem t-online-Interview vom Oktober 2026 sagte die Schauspielerin, Fremdgehen sei für sie nicht automatisch ein Trennungsgrund. Entscheidend sei nicht der Sex, sondern „das Brechen einer bestehenden Verabredung“ und „das Gefühl, draußen zu stehen und ausgeschlossen zu werden“.
Mit wem ist Anna Schudt verheiratet?
Anna Schudt ist seit 15 Jahren mit dem Schauspieler Moritz Führmann verheiratet. Die beiden haben zwei gemeinsame Söhne.
In welchem Film spielt Anna Schudt aktuell?
Am 19. Oktober 2026 läuft im ZDF um 20.15 Uhr das Drama „Das verschwundene Kind“ mit Anna Schudt in einer Hauptrolle. Der Film ist seit dem 10. Oktober in der ZDF-Mediathek verfügbar.
Warum hat Anna Schudt den „Tatort“ verlassen?
Nach zehn Jahren als Kommissarin Martina Bönisch entschied sich Anna Schudt, aus dem Dortmunder „Tatort“-Team auszusteigen. Ihre Figur starb in der im Februar 2022 erstausgestrahlten Folge „Liebe mich!“ den Serientod.



