Gesellschaft

Richard Bargel: Nur knapp 400 Euro Rente – Kölner Blues-Legende muss mit 75 weiterarbeiten

Richard Bargel ist einer der bekanntesten Blues-Gitarristen Deutschlands. Jahrzehntelang stand er auf der Bühne, tourte und spielte mit Größen der Musikszene. Doch von seiner Musik leben kann er heute nicht: Der 75-jährige Kölner bekommt nach eigenen Angaben knapp 400 Euro Rente im Monat. „Davon kann kein Mensch leben“, sagt er selbst. Deshalb arbeitet er weiter – obwohl er in diesem Jahr 75 geworden ist.

Bekannt wurde die Geschichte durch ein Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, über das auch t-online berichtet. Bargel spricht darin offen über ein Thema, über das viele Künstler nur ungern reden: Geld. Und über eine Stadt, in der der Blues heute kaum noch eine Bühne findet.

Wer ist Richard Bargel?

Bargel wurde in Köln bekannt, als er 1969 gemeinsam mit Klaus dem Geiger die Künstlerkommune „Tabernakel“ gründete. Mit Straßenmusik verdienten sie ihren Lebensunterhalt. 1970 begann er seine Laufbahn als professioneller Blues-Musiker – und blieb dem Blues sein Leben lang treu.

Er spielte in London und stand mit Musikern auf der Bühne, die später weltberühmt wurden, darunter der spätere Elvis Costello, der damals noch als D. P. Costello auftrat. Auch als Schauspieler und Zeichner war Bargel aktiv: In Michael Schanzes „Telefant“ lieh er der Hauptfigur seine Stimme, außerdem spielte er in zahlreichen Kölner Bühnenproduktionen mit.

Für seine Alben bekam er mehrfach den Preis der Deutschen Schallplattenkritik – 1992 für „Fresh Tracks“ und 2005 für „Mojo & the Wolf“. Von 1992 bis 2000 moderierte er die Kölner Blues-Talkshow „Talkin‘ Blues“ mit 291 Sendungen. 2007 gründete er die Konzertreihe „Mississippi Beat“ im „Alten Pfandhaus“.

Knapp 400 Euro Rente – und keine Wahl

So lang die Karriere, so klein die Rente: Bargel sagt, er bekomme knapp 400 Euro. Für einen Mann, der sein Leben der Musik gewidmet hat, reicht das nicht zum Leben. Aufhören kommt für ihn trotzdem nicht infrage. Er sagt, er arbeite sehr gerne – aber er müsse eben auch weiterarbeiten.

Das ist kein Einzelfall. Viele Musikerinnen und Musiker haben über Jahre unregelmäßige Einnahmen, arbeiten selbstständig und zahlen nur wenig in die Rentenkasse ein. Am Ende steht dann eine Rente, die weit unter dem liegt, was zum Leben nötig wäre. Bargel macht das öffentlich – und spricht damit aus, was viele Betroffene nur hinter vorgehaltener Hand sagen.

Der Blues in Köln: fast nur noch eine Kneipe

Bargel verbindet seine Lage auch mit der Kölner Musikszene. In einer Stadt, die zu Karnevalsliedern schunkelt, stehe ein Blues-Musiker „ziemlich alleine da“, sagt er. Blues werde in Köln heute fast nur noch in einer einzigen kleinen Kneipe gespielt: der „Torburg“ in der Südstadt. Das sei „ziemlich bezeichnend für den Weg, den Köln eingeschlagen hat“. In den 1970er-Jahren sei das noch anders gewesen.

Die Geschichte zeigt damit zwei Seiten derselben Medaille: Ein Künstler, der Jahrzehnte für seine Musik gelebt hat, kann davon im Alter nicht leben. Und eine Musikrichtung, die einmal zur Stadt gehörte, findet kaum noch einen Platz.

Häufige Fragen zu Richard Bargel

Wie hoch ist Richard Bargels Rente?

Nach seinen eigenen Angaben bekommt er knapp 400 Euro Rente im Monat. Die Schlagzeilen runden auf 400 Euro.

Warum muss Richard Bargel mit 75 noch arbeiten?

Weil die Rente nach seinen Worten nicht zum Leben reicht. Er arbeitet nach eigener Aussage sehr gerne, sagt aber auch klar: Er muss weiterarbeiten.

Was ist Richard Bargel bekannt für?

Er gilt als einer der renommiertesten Blues-Gitarristen Deutschlands. Bekannt sind unter anderem seine Alben „Fresh Tracks“ und „Mojo & the Wolf“, die Talkshow „Talkin‘ Blues“ und die Konzertreihe „Mississippi Beat“.

Lena Hartmann

Lena Hartmann schreibt bei DeutschePulse über Fernsehen, Serien und Prominente. Sie verfolgt die deutsche TV-Landschaft seit Jahren und berichtet über alles von Daily Soaps bis zu großen Show-Formaten – immer sorgfältig recherchiert und auf den Punkt gebracht.

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