Gesellschaft

Michael Pfeffer (†67): ZDF-Sportreporter stirbt bei Unfall in Rio de Janeiro

Die Stimme, die über Jahrzehnte den deutschen Skisport und die Tour de France begleitet hat, ist für immer verstummt. Michael Pfeffer, langjähriger Sportreporter des ZDF, ist im Alter von 67 Jahren in Brasilien tödlich verunglückt. Sein früherer Kollege Peter Leissl hat ihn in einem Nachruf beim Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) gewürdigt – die Nachricht wurde am 21. Oktober 2026 bekannt.

Tödlicher Unfall in der Brandung vor Rio

Mitte September 2026 verlor Michael Pfeffer in der Brandung vor Rio de Janeiro sein Leben. Der genaue Ablauf des Unglücks ist öffentlich nicht bekannt – auch Leissls Nachruf schildert die Umstände nicht, er spricht nur von einem „fatalen Moment in der Brandung vor Rio“. Einen Hinweis gibt der frühere Journalist Claus Deutelmoser, bei dem Pfeffer einst seine journalistische Laufbahn begonnen hatte: In seinem Blog „Briefe von der Burg“ schrieb er am 25. September 2026, Pfeffer sei „dem Vernehmen nach … vor einem der berühmten Strände, beim Schwimmen“ verstorben.

Für Pfeffer war Brasilien längst eine zweite Heimat geworden. Seine Ehefrau Sylvia stammt aus dem Land, das Paar hatte eine Wohnung im berühmten Stadtteil Ipanema von Rio de Janeiro. Bis Dezember wollten die beiden dort bleiben. „Ich kann es immer noch nicht glauben, dass das Schicksal so grausam sein kann“, schrieb Leissl über den Verlust seines Freundes.

Peter Leissl: Abschied von einem Weggefährten

Peter Leissl und Michael Pfeffer verband eine gemeinsame berufliche Geschichte, die bis in die 1990er-Jahre zurückreicht. Von 1998 bis 2011 bildeten die beiden das feste ZDF-Duo bei der Tour de France – 13 Jahre Reporterkabine, gemeinsame Autofahrten durch Frankreich und Radtouren abseits der Kamera.

In seinem Nachruf erinnert sich Leissl an einen gemeinsamen Sommerabend, als dem Paar die Vorfreude auf die Brasilien-Reise anzusehen gewesen sei. Zugleich richtet er an den Verstorbenen eine persönliche, fast verzweifelte Frage: „Hast du, lieber Michael, in deiner Risikobereitschaft, ja deinem Tempowahn, das Schicksal ein wenig zu sehr herausgefordert?“ Leissl beschreibt Pfeffer als „Liebhaber rasanter Sportarten“ – und als „Stehaufmännchen“, das sich von Verletzungen und Rückschlägen nie dauerhaft aufhalten ließ.

Mehr als 30 Jahre im Dienst des ZDF-Sports

Michael Pfeffer, 1959 geboren, arbeitete über drei Jahrzehnte als Kommentator für das ZDF. Seine journalistische Karriere hatte in den 1980er-Jahren begonnen, unter anderem schrieb er für verschiedene Sportmagazine. Sein Weg zum Fernsehen führte über den eigenen Sport: Als Mitglied der deutschen Studenten-Skinationalmannschaft brachte er tiefes Fachwissen im alpinen Skisport mit.

1993 bewarb er sich beim ZDF für das Reporterteam der alpinen Ski-WM – zunächst wurde er im Bereich Ski Nordisch eingesetzt, später wechselte er ins Alpin-Team und kommentierte große Ski-Weltcuprennen und Weltmeisterschaften.

Das Tour-de-France-Duo mit Peter Leissl

Besonders eng verbunden war Pfeffer mit der Tour de France. Von 1998 bis 2011 berichtete er gemeinsam mit Leissl von der Frankreich-Rundfahrt. Die beiden saßen in der Reporterkabine, fuhren mit dem Team durch Frankreich und erkundeten die Etappenorte auch auf dem Rad.

Olympia und Wintersport

Auch bei mehreren Olympischen Spielen war Pfeffer für das ZDF im Einsatz. Bei den Winterspielen 2010 in Vancouver kommentierte er unter anderem die olympische Premiere des Skicross, bei Sommerspielen war er beispielsweise als Kommentator für Boxen und Radsport zu hören. Noch bei der alpinen Ski-WM 2023 war er für das ZDF im Einsatz, bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris kommentierte er Radrennen. Danach beendete er aus Altersgründen seine Laufbahn als Sportreporter.

Aus Verlegerfamilie – und Sportler aus Leidenschaft

Pfeffer entstammte in vierter Generation der Verleger-Familie Wurm, die 1889 das Göttinger Tageblatt gründete. Nach dem Abitur 1979 in Göttingen, Wehrdienst bei der Gebirgsjägereinheit in Sonthofen und einem Journalismus-Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität München entschied er sich für den Sportjournalismus.

Der Sport blieb sein ganzes Leben. Er fuhr Ski und Rad, liebte Kite-Surfen und Inline-Skaten. Dass er sich dabei mitunter in gefährliche Situationen begab, gehört zu seiner Geschichte: 1999 verlor er bei einer Tiefschnee-Abfahrt im US-amerikanischen Vail das Bewusstsein und stürzte – er schwebte schon damals in Lebensgefahr, erholte sich aber, wie so oft.

Familie: Ehefrau Sylvia, zwei Kinder

Pfeffer hinterlässt seine Ehefrau Sylvia sowie zwei Kinder: Tochter Clara, die wie ihr Vater Journalistin geworden ist, und Sohn Matteo. Die Familie trauert nicht nur um den Reporter, sondern um einen Ehemann und Vater, der mit Brasilien eine zweite Heimat hatte und sie gern teilte.

Häufige Fragen zu Michael Pfeffer

Wer war Michael Pfeffer?

Michael Pfeffer war ein deutscher Sportjournalist, der mehr als 30 Jahre als Kommentator für das ZDF arbeitete. Er berichtete unter anderem von der Tour de France (1998 bis 2011), von Olympischen Spielen und von großen Wintersportereignissen.

Wie ist Michael Pfeffer gestorben?

Pfeffer kam Mitte September 2026 in der Brandung vor Rio de Janeiro ums Leben, wo er mit seiner Frau Sylvia einen längeren Aufenthalt verbrachte. Die genauen Umstände sind nicht öffentlich bekannt; ein früher Wegbegleiter berichtete, er sei vor einem der Strände von Rio beim Schwimmen verunglückt.

Wer ist Peter Leissl?

Peter Leissl ist Pfeffers früherer ZDF-Kollege und langjähriger Weggefährte. Von 1998 bis 2011 bildeten die beiden das feste Reporter-Duo bei der Tour de France. Leissl verfasste den Nachruf, den der Verband Deutscher Sportjournalisten am 21. Oktober 2026 veröffentlichte.

War Michael Pfeffer verheiratet?

Ja. Seine Ehefrau Sylvia stammt aus Brasilien. Das Paar hatte zwei Kinder: Tochter Clara, die ebenfalls Journalistin ist, und Sohn Matteo.

Wo wurde der Nachruf auf Michael Pfeffer veröffentlicht?

Auf der Internetseite des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS), verfasst von Peter Leissl und veröffentlicht am 21. Oktober 2026.

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